Rainer Schalnus, Peter Pinger und Mitarbeiter
Hintergrund: Bislang befassen sich eine Reihe von Projekten
mit der Qualitätsevaluierung medizinischer Web-Sites (z.B. HON,
DISCERN, OMNI, TEAC-Health). Die quantitative Aussagekraft und
die Wahl von Bewertungsschwerpunkten durch den User ist bei vielen
dieser Instrumente zur Zeit jedoch noch sehr eingeschränkt. Wichtige
Ansprüche an ein Bewertungsinstrument und die Ergebnisdarstellung
sollten sein: Transparenz, quantitativer Bewertungsprozess, Reproduzierbarkeit,
allgemeine Verfügbarkeit und Einflussnahme des Users auf das Bewertungsprofil.
Ziel ist somit die Bereitstellung von Instrumenten, die sowohl
eine individuelle und, soweit möglich, reproduzierbare Bewertung
aber auch ein Ranking von medizinischen Informationsanbietern
im Web gestattet. Dabei sollten neben rein inhaltlichen Gesichtspunkten
auch Web-typische Aspekte evaluiert werden. Methoden: Die
Evaluation der Web Sites erfolgte in folgenden Kategorien: Content,
Services, Usability/Accessibility, allgemeine Kenndaten der Site
und User-Zielgruppenanpassung. Dabei fanden ethische Aspekte,
Patientenbelange und die Charakteristika eines “Peer-Reviewing”
besondere Berücksichtigung. Die Bewertung innerhalb der jeweiligen
Kategorien wurde anhand von insgesamt 140 gewichteten Einzelkriterien
mittels einer eigens zu diesem Zweck entwickelten Bewertungsvorschrift
(Manual) vorgenommen. Die Bewertungsgewichtung orientierte sich
dabei an einer Befragung von 1304 Personen. Die Bewertungsdaten
können in einer SQL Datenbank abgelegt werden und sind über eine
Web-Site verfügbar. Im Rahmen unserer Untersuchung wurden zunächst
26 sogen. „Gesundheitsportale“ bewertet. Ergebnisse/Schlussfolgerung:
Unsere Web-basierte Evaluation erlaubt eine durch den User nach
Unterkategorien gewichtete Bewertung der Informationsangebote.
Auf diese Weise ist sowohl ein Ranking als auch eine individuelle
Ist-Soll-Analyse der Informationsangebote im Web möglich. Das
hinterlegte Manual mit definierten Bewertungsvorschriften aller
Kriterien gewährleistet in gewissen Grenzen die Reproduzierbarkeit
der Qualitätsevaluation.
Informatik,
Biometrie und Epidemiologie in Medizin und Biologie 2001, 32:
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