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Barrierefreie Gesundheitsinformationen im Internet (Referat, 28. September 2002, Berlin)

 

Rainer Schalnus, Beate Schalnus, Mark Lüchtenberg, Georg Michelson

  • Gesundheit im Web - 82 % der Angebote sind nicht behindertengerecht:

Dies ergab eine Studie an 139 Informationsangeboten zu Gesundheit und Medizin im Internet. Nur 17 % aller Web Sites erreichen Mindeststandards an behindertengerechtes Web-Design. Lediglich 1 % orientiert sich an mittleren Anforderungen. Keines der Angebote erfüllt alle Kriterien, um Behinderten den Zugang zum Web zu erleichtern.

Diagramm:  nur 18 %  der Gesundheitsinformationen im web erfüllen Mindeststandards hinsichtlich behindertengerechtem Web-Design

Zwischen den verschiedenen Anbietergruppen bestehen deutliche Unterschiede: 27 % der Verbraucherzentralen, 26 % der Uni-Kliniken, 25 % der Ministerien, 18 % der Online-Presse, 18 % der Krankenkassen, 12 % der privaten Krankenversicherungen, 6 % der Pharmaunternehmen und keines der Gesundheitsportale erreichen die Mindeststandards.

Diagramm: behindertengerechtes Web-Desing von Gesundheitsinformationen: deutliche Untrschiede zwischen den Anbietern

Die 64 Bewertungskriterien der Studie orientieren sich an den Leitlinien der Web Accessibility Initiative (WAI) des World Wide Web Consortiums (W3C) für barrierefreies Web-Design (Stufe A = "muss", Stufe AA = "soll", Stufe AAA = "kann"). Die jeweiligen Accessibility-Stufen gelten nur dann als erreicht, wenn der jeweils zugehörige Kriterienkatalog erfüllt wird.

  • Fazit:

Die Behindertenfreundlichkeit, insbesondere für Sehbehinderte, kann u.a. durch mehr Textorientierung, alternativen Text zu grafischen Elementen, gute (Farb-) Kontraste, sinnvoll benannte Frames, sparsamen Einsatz von Tabellen zu Layoutzwecken, weniger Pop-Up Fenster und die Anwendung von CSS und XML verbessert werden.

  • Hintergrund:

    DasBehindertengleichstellungsgesetz (BGG) und die Verordnung des Bundesministerium des Innern zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (BITV) vom 17.07.02 nehmen Bezug auf die Accessibility Kriterien der WAI des World Widw Web Consortiums. Für Behörden der Bundesverwaltung wird mindestens die WAI Accessibility-Stufe A bzw. AA gefordert.

Die Studie ist Teil einer Untersuchung zur Qualität und Zielgruppenorientierung von digitalen Informationen zur Unterstützung der Versorgung chronisch kranker Menschen. Im Rahmen eines Workshops "Augenheilkunde & Internet" am 28.09.02 in Berlin sollen u.a. die Grundlagen für ein interdisziplinäres Projekt für behindertengerechte Gesundheitsinformationen geschaffen werden. Ausgangspunkt wird ein webbasiertes Informationsangebot für Sehbehinderte sein, das zunächst über 4 verbreitete Augenerkrankungen informieren wird, die mit einer hochgradigen Sehminderung einhergehen können und zwar:

  • Makuladegeneration
  • Netzhauterkrankung bei Diabetes (diabetische Retinopathie)
  • Retinopathia Pigmentosa
  • grüner Star (Glaukom)

 

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Site Update 4 Oktober, 2002 - erstellt am 27 Dezember, 2001
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