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Qualitätsevaluation von Gesundheitsinformationen im Internet zur Unterstützung der integrierten Versorgung chronisch Kranker (11.-12. Oktober 2002, Köln)

Rainer Schalnus, Beate Schalnus, Mark Lüchtenberg

Hintergrund: Die digitale Patienteninformation gewinnt für Präventions- und Disease-Management-Programme an Bedeutung. Voraussetzung für die gezielte Optimierung und Qualitätssicherung von Gesundheitsinformationen ist eine quantitative patientenorientierte Evaluation.

Methoden: 92 Informationsangebote im Internet wurden in den Kategorien Transparenz (10 Kriterien), Barrierefreiheit (70 Kriterien), Nutzerfreundlichkeit (78 Kriterien) und Inhalt (331 Kriterien) evaluiert. Die Evaluation des Inhaltes konzentrierte sich auf KHK, Mamma-Ca, Asthma und Diabetes. Eine Checkliste wurde anhand bekannter Empfehlungen (W3C, AMA, URAC, DISCERN, HON, eEurope), der AFGIS-Transparenzkriterien, medizinischer Leitlinien und Nutzerbefragungen (1304 Personen) entwickelt.

Ergebnisse: Die Anteile der durchschnittlich erfüllten Kriterien betrugen für Transparenz 60% > Nutzerfreundlichkeit 53% > Inhalt 43% > Barrierefreiheit 27%. Die inhaltliche Qualität war bei Gesundheitsportalen (73%) und Uni-Kliniken (62%) besser als bei Webseiten der Presse, der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen. Der barrierefreie Zugang war bei Uni-Kliniken (35%) besser als bei den übrigen Angeboten.

Diskussion: Insbesondere aufwendig gestaltete Webseiten schränken den Zugang für seh-, bewegungsbehinderte und ältere Menschen erheblich ein. Die Inhalte orientieren sich oft wenig an Patentenbedürfnissen oder an Vorgaben der Fachgesellschaften. Schlussfolgerungen: Die Formulierung von konsensusfähigen Qualitätsstandards für barrierefreie Nutzeroberflächen und eine engere inhaltliche Orientierung an Patientenbedürfnissen und an Leitlinien der Fachgesellschaften ist anzustreben.

Quelle: 1. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung, 11.-12. Oktober, Köln

  
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Site Update 29 November, 2002 - erstellt am 27 Dezember, 2001
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