Rainer Schalnus, Beate Schalnus, Mark Lüchtenberg
Hintergrund: Die digitale Patienteninformation gewinnt
für Präventions- und Disease-Management-Programme an Bedeutung.
Voraussetzung für die gezielte Optimierung und Qualitätssicherung
von Gesundheitsinformationen ist eine quantitative patientenorientierte
Evaluation.
Methoden: 92 Informationsangebote im Internet wurden in
den Kategorien Transparenz (10 Kriterien), Barrierefreiheit (70
Kriterien), Nutzerfreundlichkeit (78 Kriterien) und Inhalt (331
Kriterien) evaluiert. Die Evaluation des Inhaltes konzentrierte
sich auf KHK, Mamma-Ca, Asthma und Diabetes. Eine Checkliste wurde
anhand bekannter Empfehlungen (W3C, AMA, URAC, DISCERN, HON, eEurope),
der AFGIS-Transparenzkriterien, medizinischer Leitlinien und Nutzerbefragungen
(1304 Personen) entwickelt.
Ergebnisse: Die Anteile der durchschnittlich erfüllten
Kriterien betrugen für Transparenz 60% > Nutzerfreundlichkeit
53% > Inhalt 43% > Barrierefreiheit 27%. Die inhaltliche Qualität
war bei Gesundheitsportalen (73%) und Uni-Kliniken (62%) besser
als bei Webseiten der Presse, der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherungen.
Der barrierefreie Zugang war bei Uni-Kliniken (35%) besser als
bei den übrigen Angeboten.
Diskussion: Insbesondere aufwendig gestaltete Webseiten
schränken den Zugang für seh-, bewegungsbehinderte und ältere
Menschen erheblich ein. Die Inhalte orientieren sich oft wenig
an Patentenbedürfnissen oder an Vorgaben der Fachgesellschaften.
Schlussfolgerungen: Die Formulierung von konsensusfähigen Qualitätsstandards
für barrierefreie Nutzeroberflächen und eine engere inhaltliche
Orientierung an Patientenbedürfnissen und an Leitlinien der Fachgesellschaften
ist anzustreben.
Quelle: 1. Deutscher Kongress für Versorgungsforschung,
11.-12. Oktober, Köln